Medizinische Fortbildungstage Thüringen eröffnet: Ärztinnen und Ärzte und Medizinische Fachberufe tagen in Erfurt

Veranstalter beziehen vor der Wahl Positionen zur Gesundheitspolitik

Gemeinsame Presse-Information von Landesärztekammer Thüringen, Kassenärztlicher Vereinigung Thüringen, Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen und Verband Leitender Krankenhausärzte Thüringen

Jena, Weimar, Erfurt, 22. Mai 2024

Die von Landesärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung, Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen und dem Verband Leitender Krankenhausärzte gemeinsam veranstalteten Medizinischen Fortbildungstage Thüringen (MFTT) im Kaisersaal in Erfurt sind heute Morgen eröffnet worden. „Die jährlichen Medizinischen Fortbildungstage sind die gemeinsame Fortbildungsveranstaltung für Ärzte, Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte in Thüringen. Denn gute medizinische Versorgung findet im Team statt“, so der Tagungspräsident der MFTT und Vorsitzende der Fortbildungsakademie der Landesärztekammer Prof. Dr. Ulrich Wedding.

Fachkongress für alle Gesundheitsberufe (unabhängige Fortbildung)

Die Medizinischen Fortbildungstage Thüringen sind der größte interdisziplinäre Fortbildungskongress in unserem Bundesland. Bereits zum elften Mal stehen für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte vom 22. bis zum

25. Mai im Erfurter Kaisersaal wieder vier Tage intensive, sponsorenfreie und industrieunabhängige Fortbildung mit einer Vielzahl von Seminaren und Kursen zu verschiedenen Themen auf dem Programm. Erwartet werden um die 900 Teilnehmer. Angeboten werden 24 Kurse oder Seminare, die von über 100 Referentinnen und Referenten inhaltlich gestaltet werden.

„Vorbeugen ist besser als Heilen“. Dieses Sprichwort des Arztes Christoph Wilhelm

Hufeland ist in diesem Jahr bei den Medizinischen Fortbildungstagen mit dem Motto

„Präventive Medizin“ aufgegriffen worden und zieht sich quasi als roter Faden durch das abwechslungsreiche Programm. In der Medizin geht es nicht nur darum, Krankheitsbilder zu behandeln, sondern ebenso dazu beizutragen, dass diese gar nicht erst auftreten. Auch die Pflegetagung widmet sich der Prävention. Thematisch bewegen sich die MFTT in diesem Jahr vom akuten psychiatrischen Notfall bis zum Thema Burnout-Prophylaxe bei Ärztinnen und Ärzten sowie Praxispersonal.

Natürlich sind die Klassiker der Fortbildungstage wie zum Beispiel der Heilberufetag, der Hygienekongress, die Fortbildungsveranstaltung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und die Pflegetagung fester Bestandteil des Programms.

„Die MFTT sind eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung, die einen wichtigen Beitrag dazu leistet, Akteure der gesundheitlichen Versorgung unserer Thüringer Bevölkerung noch besser zu vernetzen. Hier wird bereits gelebt, was nicht nur landesweit, sondern auch bundesweit wünschenswert wäre“, sind sich die Veranstalter einig.

Landesärztekammer, Kassenärztliche Vereinigung, Verband Leitender Krankenhausärzte und Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen beziehen vor den Wahlen Position zur Gesundheitspolitik

Zur Eröffnung der Medizinischen Fortbildungstage haben die ärztlichen Körperschaften und Verbände, Landesärztekammer, Kassenärztliche Vereinigung sowie der Verband Leitender Krankenhausärzte Thüringen und die Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen in Anbetracht des Thüringer Superwahljahres gesundheitspolitische Positionen und Forderungen an die politischen Verantwortungsträger adressiert. Schwerpunkte dabei waren dabei Krankenhausplanung bzw. Krankenhausreformen und Fragen der sektorenverbindenden Versorgung.

„Dass die gesundheitliche Versorgung unserer Thüringer Bevölkerung nur gemeinsam geht, davon sind wir als Landesärztekammer Thüringen schon lange überzeugt.

Deshalb haben wir im vergangenen Jahr eine Projektgruppe „Sektorenverbindende Versorgung“ gegründet. In dieser Projektgruppe haben Kolleginnen und Kollegen

sowohl aus dem ambulanten als auch aus dem stationären Bereich ein Positionspapier zur sektorenverbindenden Versorgung erarbeitet, das gemeinsam von Kammer und KV getragen wird. Danach sehen wir für Thüringen die Notwendigkeit zum Aufbau sektorenverbindender Versorgungseinrichtungen insbesondere an den Standorten, an denen infolge des demographischen Wandels das Krankenhaus der Grundversorgung wirtschaftlich und infrastrukturell keine Grundlage mehr hat. Wichtig ist dabei aber, dass diese Versorgungseinrichtungen ihre Berechtigung und ihr Erfordernis nur in denjenigen Gebieten Thüringens haben sollen, in denen ein entsprechender Bedarf durch gravierende Veränderungen der Versorgungsstruktur (wie z. B. Wegfall bzw.

Schließung einer Klinik) nachgewiesen worden ist“, betont der Präsident der

Landesärztekammer Thüringen, Dr. Hans-Jörg Bittrich.

Die 1. Vorsitzende der KV Thüringen, Dr. Annette Rommel, betont in diesem

Zusammenhang: „Die ambulante Versorgung in Thüringen und in Deutschland steht vor einem Umbruch. Mit den aktuellen Gesetzesvorhaben legt der Bundesgesundheitsminister die Axt an die etablierte wohnortnahe Versorgung.

Vorrangig gilt unsere Kritik dem geplanten Anspruch von Krankenhäusern zur Einrichtung hausärztlicher Institutsambulanzen. Wenn jetzt nicht Einhalt geboten wird, werden die Wege zur nächsten Praxis und zur nächsten Gesundheitsversorgung für Patienten immer länger. So stelle ich mir die Patientenversorgung von Morgen nicht vor. Wir wollen nah dran bleiben an unseren Patienten. Und wir wollen dabei zusammenarbeiten: Sektoren verbinden statt Sektoren überwinden muss die Devise lauten. Denn Versorgung muss ergänzt und nicht ersetzt werden,“ so Dr. Annette Rommel.

Hinsichtlich Krankenhausplanung bzw. Krankenhausreform forderte die Vorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen die Länder auf, ihren Gestaltungspielraum mehr zu nutzen: „Um weiterhin eine gute medizinische Versorgung in Thüringen sicherstellen zu können, braucht es eine Krankenhausplanung mit Augenmaß und weiterhin eine starke Einbindung der Zielbildpartner. Die setzt aber voraus, dass die Länder im Rahmen der anstehenden großen Krankenhausreform des Bundes ihre Länderkompetenzen und ihren

Gestaltungsspielraum mit Nachdruck geltend machen und sich entsprechend dafür einsetzen", formuliert Dr. Gundula Werner, Vorstandsvorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen e. V., eine der Kernforderungen der Thüringer Krankenhäuser an die Thüringer Landesregierung.

„Die Thüringer Krankenhäuser sind auch ein wichtiger Partner bei der Sicherstellung der ärztlichen Aus- und Weiterbildung. Die Krankenhausreform des Bundes muss daher die Leitplanken dafür setzen, dass eine flächendeckende Aus- und Weiterbildung an möglichst vielen Standorten auch weiterhin sichergestellt ist. Eine zu starke Zentrierung von Standorten und auch eine damit verbundene zu starke Einengung der Aus- und Weiterbildung ohne Rücksicht auf die länderspezifischen Besonderheiten trage einem Flächenland wie Thüringen nicht Rechnung. Dabei muss auch bedacht werden, dass – anders als in vielen anderen Bundesländern – im Freistaat Thüringen bereits zu Beginn der 1990er-Jahre ein großer Reform- und Zentralisierungsprozess erfolgt ist.

Das Format der Medizinischen Fortbildungstage und die Signale, die von dieser Veranstaltung ausgehen, sind daher geeignet, um diese Kernforderung der Krankenhäuser im Interesse einer weiterhin guten Patientenversorgung deutlich zu machen“, fasst Dr. Werner die Position der Landeskrankenhausgesellschaft zusammen.

Dr. Frank Lange als Vorsitzender des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte hat nur eine zentrale Forderung zu der Frage, wie die Krankenhausreform gelingen kann: Er appelliert an die Politik „verlässlicher und vor allem entschlossener Wegbereiter auf diesem Weg zu sein“. „Zögerlichkeit und Unentschiedenheit können wir uns in der jetzigen Situation nicht mehr leisten“, so Dr. Lange.

Das vollständige Kongressprogramm ist unter www.medizinische-fortbildungstage.org einsehbar.

Ansprechpartnerin Medien: Dr. Ulrike Schramm-Häder

(03641 614-103 oder 0173 6980079 und pressestelle@laek-thueringen.de)

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